Sonntag, 27. Mai
- Wir beglückwünschen Fatih Akin, der
heute in Cannes für das von ihm selbst geschriebene Drehbuch seines Film "Auf
der anderen Seite"/"The Edge of Heaven"/"De l'autre côté" (mit, in
den Hauptrollen, Nurgül Yesilçay, Hanna Schygulla, Baki Davrak, Patrycia
Ziolkowska, Nursel Köse und Tunçel Kurtiz) ausgezeichnet wurde hat.
- Wir beglückwünschen auch den "Glubb",
den 1. FC Nürnberg, zu seinem gestrigen Sieg (3:2) im DFB-Finale gegen den VFB
Stuttgart nach einem spannenden Spiel und wünschen dem "aus dem Spielfeld
getretenen" Glubb-Spieler Marek Mintal gute Besserung. Merke: "Schwaben können
alles außer Franken schlagen" (ARD-Sportreporter Steffen Simon).
Donnerstag, 10.
Mai
- Heute wird in Frankreich
die Abschaffung der Sklaverei gefeiert, eine Gelegenheit für den scheidenden
Präsidenten Jacques Chirac und den neuen Präsidenten Nicolas Sarkozy, sich
knapp eine Woche vor der offiziellen Amtsübergabe am 16. Mai mal wieder zu
beschnuppern.
Sonntag, 8.
Mai
-
Wir
gratulieren allen Franzosen zur Wahl ihres neuen Präsidenten Nicolas Sarkozy,
geboren am 28. Januar 1955 in Paris als Nicolas Paul Stéphane Sarkozy de
Nagy-Bocsa. Sie haben sich damit die Chance bewahrt, bei einer der kommenden
Präsidentschaftswahlen erstmals eine Frau auf diesen Posten zu befördern und
damit eine Sensation zu schaffen. Doch auch die Wahl des Sohns eines kleinen
ungarischen Adligen, also eines Immigranten der zweiten Generation, ist
insoweit sensationell. Mögen ihm die Würde und die Bürde des Amtes zu der
Statur, Gelassenheit und Weisheit verhelfen, die wir von europäischen,
demokratisch gewählten Führungsfiguren erwarten dürfen, aber leider immer
seltener bekommen.
- Und wir gratulieren
natürlich auch dem "glubb", dem 1. FC Nürnberg, für seinen großen Sieg im
gestrigen, überaus spannenden DFB-Pokalfinale.
Sonntag, 22.
April
-
Wir
gedenken aller Franzosen, die heute mit der schwierigen Wahl ihres
Staatsoberhaupts beginnen, und wünschen ihnen "Bon courage", viel Vergnügen
und ein Ergebnis, das zu einem im zweiten Wahlgang am 6. Mai zu einem nicht
nur für Frankreich, sondern auch für Europa zu einem guten Ergebnis führt.
Wahlempfehlungen zu geben steht uns nicht an, doch wer unsere Inhalte kennt wird
ahnen, dass wir als Germanophile für zwei der vier chancenreichsten Kandidaten nicht viel
Sympathie haben und uns freuen würden, wenn sie schon heute aus dem Rennen
ausschieden.
Donnerstag, 8. März
-
Wir
gratulieren allen Frauen zum 97. Internationalen Frauentag und gedenken
der 70 Millionen kleinen Mädchen in der Welt, die keinen Zugang zu Schulen
haben. Am 6. November, dem 7. Internationalen Männertag, werden wir der
Millionen Knaben mit dem gleichen Schicksal gedenken.
Montag, 15. Januar 2007
- Bagdad/Kairo. Erhängt
oder geköpft? Der ehemalige Blutrichter Awad al-Bandar und Saddam Husseins
Halbbruder und Geheimdienstchef Barsan Ibrahim al-Tikriti wurden im
Morgengrauen durch den Strang hingerichtet. Dabei wurde der Kopf von Ibrahim
abgetrennt, worüber sich Condoleeza Rice bei einem Besuch in Ägypten
enttäuscht zeigte. Sie hatte sich nach eigenen Aussagen eine würdigere
Hinrichtung gewünscht. Die wirkliche Todesursache wird in Ibrahims Fall wohl
immer ein Rätsel bleiben, da vor seiner Bestattung keine Autopsie stattfand.
Als erfahrene Übersetzer könnten wir uns vorstellen, dass der unappetitliche
Zwischenfall auf einen Fehler bei der Übersetzung des
Hinrichtungshandbuchs
der US-Armee von 1947 zurückzuführen ist. Womöglich wurden auch die in
der dort wiedergegebenen "Drop Chart" in amerikanischen Pfund angegebenen
Massen nicht richtig in die irakischen Äquivalente umgerechnet.
Weniger wäre mehr gewesen. Laut New York Times vom Dienstag brachte Ibrahim
umgerechnet rund 84 kg auf die Waage, wurde aber mit einem für 54 kg
berechneten Seil von ca. 2,44 m gehängt. Dabei hätten es laut militärischer
Gewichtstabelle schon 1,70 m getan.
Bescheidener Vorschlag. Dass Hinrichtungen heutzutage meist im Verborgenen
stattfinden, schließt ihre demokratische Kontrolle durch die Öffentlichkeit
aus und schürt Gerüchte über "unwürdige" Hinrichtungsbedingungen. Hier sind
neue, mutige Ansätze gefragt, die auch eine Renaissance der auf dem Blutgerüst
errichteten Guillotine nicht
ausschließen sollten.
Samstag, 30. Dezember
- Bagdad/Washington. Der
Menschenrechtsverletzer und Kriegsverbrecher Sadam Hussein wurde im Morgengrauen durch Erhängen
hingerichtet. US-Präsident Bush begrüßte diese Menschenrechtsverletzung als
wichtige Etappe der demokratischen Entwicklung im Irak. Seit der unschönen Hinrichtung
Ceausescus 1989 gab es selten so viel Grund zur Freude bei den Verfechtern
eines neodemokratischen Verständnisses, sieht man einmal von China ab, das
sein neues Demokratiebewusstsein fast täglich durch Hinrichtungen unter Beweis
stellt, und von Japan, das sich durch die Vollstreckung von vier Todesurteilen
rechtzeitig zu Weihnachten wieder zu den Werten der texanischen Demokratieversion
bekannt hat. Definiert man den Demokratiebegriff neu, und
führt man den Grundsatz der Verweigerung der Menschenrechte für die Feinde der
Menschenrechte ein, ist alles wieder im Lot, und die USA könnten dann sogar
Mitglied einer Europäischen Union werden, in der die Existenz der Todesstrafe
ein zusätzliches Kriterium für richtig verstandene Demokratie wäre.
Sonntag, 24. Dezember
- München/Fürth. Die
Bayrische Staatskanzlei bekommt die Affäre um die resche, forsche Fürther
CSU-Landrätin Gabriele Pauli nicht so recht in den Griff. Pauli, eine
prononcierte Gegnerin ihres Parteigenossen und Ministerpräsidenten Edmund
Stoiber, erhebt den Vorwurf, das Büro des Ministerpräsidenten habe telefonisch
ihr Privatleben (Alkoholkonsum, Männerbekanntschaften o. Ä) bespitzeln wollen. Sollte sich der
Vorwurf erhärten, würde sich wieder einmal bestätigen, dass sich unsere
Geheimdienste makellos verhalten, nicht einmal einer CSU-geführten
Staatskanzlei zu Gefallen sind und diese auf ihre eigenen, etwas
dilettantischen Mittel verweisen. Merke (auch wenn die SPD etwas Anderes
behauptet): Mit der Stasi kann es die Staatskanzlei noch lange nicht
aufnehmen.
Montag, 18. Dezember
- Berlin. Heute Abend
findet an der Deutschen Oper die erste von zwei "symbolischen" Aufführungen der im September wegen
Terrorismusfurcht vorübergehend aus dem Programm genommenen Mozart-Oper Idomeneo
(siehe unten) in Anwesenheit von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und
anderer Promis statt. Von Schäuble eingeladene Vertreter muslimischer
Organisationen werden dem Ereignis wohl fern bleiben. Das ist auch gut so,
wäre doch sonst zu befürchten, dass ein Präzedenzfall geschaffen würde und bei
einer Neuinszenieurng des "Liebeskonzils"
von Oskar Panizza eine Einladung an Papst Benedikt XVI. erginge und auf
diplomatischem Wege abgelehnt werden müsste. Womöglich hätten die muslimischen
Repräsentanten anders entschieden, wären die Prophetenköpfe durch Mozartkugeln
oder Negerküsse ersetzt worden. Doch dies Hans Neuenfels vorzuschlagen hat
nicht einmal die Bruderschaft zur Förderung der authentischen Salzburger
Mozartkugel gewagt.
Dienstag, 26. September
- Berlin. Tsunami gegen
die Deutsche Oper? Vier
Aufführungen von Mozarts Oper Idomeneo in einer Inszenierung von Hans
Neuenfels wurden nach einer Entscheidung der Deutschen Oper Berlin aus dem
Novemberprogramm genommen. Anlass sind schon vor Wochen bei der Polizei
eingegangene Drohungen,
die sich darauf beziehen, dass der blutige, abgeschlagene Kopf des Propheten
Mohammed zusammen mit denen anderer Religionsstifter (Buddha und Jesus) und
des Meeresgottes Poseidon in der Schlussszene der Oper auf Stühlen abgesetzt wird. Dies könnte von Muslimen
als Rache und Gewalt heischende Beleidigung empfunden werden. Ja, könnte, muss
aber nicht: Andere Auslegungen sind möglich, zum Beispiel die implizite
Anerkennung einer religiösen Gleichberechtigung und Gleich- wenn nicht sogar
Vorzugsbehandlung (Moses' Kopf wird aus unerfindlichen Gründen nicht zur Schau
gestellt - ob der israelische Botschafter in Berlin deswegen beim
Außenminister vorstellig wird?), womit die
Szene nach unserem selbst erstellten Eilgutachten durchaus von der
grundgesetzlich verbürgten Kunstfreiheit gedeckt wäre. Doch enthält das
Grundgesetz natürlich keinen Schutz gegen gewaltbereite Islamisten,
katholische Fundis, blutrünstige Buddhisten und schon gar nicht gegen den Zorn
des gottallmächtigen, keines fanatischen Fußvolks bedürftigen Neptun/Poseidon, der sich mit einem Tsunami gegen die
Deutsche Oper revanchieren könnte. Und das alles nur, weil sich Papst Benedikt
XVI. wegen seiner weltweit heftig kritisierten, eine in religiösen, darunter
auch muslimischen Kreisen mitunter anzutreffende gewisse Unvernunft
erwähnenden Äußerungen nun schon mindestens viermal entschuldigt hat, was
weltweit nicht kritiklos zur Kenntnis genommen wurde. Und weil die Dänen nach
der Affäre um die Mohammed-Karikaturen Muslimen keine müde Dansk-Salami mehr
verkaufen können.
Merke: Wachstum braucht Köpfe. (Altana-Geschäftsbericht
2005)
Donnerstag, 14. September
2006
- Berlin. Zappelphilipp
wurde von Wilhem Busch erfunden. Das behauptet jedenfalls Tita von Hardenberg,
die quirlige, attraktive, intelligente, freche Moderatorin von Polylux, dem
populären Highbrow-Magazin der ARD. Wir wissen (sind aber auch älter), dass
der Zappelphilipp von einem gewissen Doktor Hoffmann erfunden wurde. Wie war
gleich der Vorname? E. T. A.? Come on, Tita, Du musst es eigentlich besser
wissen. Oder bist Du auch nur ein Gretchen, dem's vor Heinrich graut?
- Dresden. In der Dresdner
Synagoge fand erstmals seit mehr als 60 Jahren eine Amtseinführung von drei
Rabbinern statt, ein sehr wichtiger und hochgradig symbolischer Akt.
Donnerstag, 24. August 2006
- Prag. Seit heute ist
Pluto nach dem Willen der Internationalen Astronomischen Union (IAU) kein Planet
mehr, sondern ein Zwergplanet, und das Sonnensystem zählt daher nur noch acht
Planeten. Damit endet eine 76-jährige Karriere. Schuld an der Degradierung ist
unter anderem Plutos kleiner Mond, der bei einer gegenteiligen Entscheidung der
erlauchten Astronomen gemeinsam mit anderen Minisatelliten der Sonne zum
Planeten hätte erklärt werden müssen. Setzen, Pluto, und keine Widerrede!
Freitag, 11. August 2006
- Frankfurt am Main.
In einem Interview mit der FAZ erklärt sich Günter Grass (77) zu den Gründen,
aus denen er erst in seiner demnächst erscheinenden Autobiographie eingesteht,
dass er als Siebzehnjähriger am Ende des zweiten Weltkriegs Mitglied der
Waffen-SS war, und löst damit einen Sturm gemischter Reaktionen aus. Wir sind
gespannt, was Marcel Reich-Ranicki dazu sagen wird.
Donnerstag, 3. August 2006
- Habana/London. An den 638 oft bizarren
Versuchen, Fidel Castro zu ermorden, die nach einem heute veröffentlichten
Bericht des
Guardian seit der kubanischen Revolution vom CIA und von militanten
Exil-Kubanern unternommen worden sind, waren deutsche Behörden vermutlich
nicht beteiligt. Ein weiterer Beweis dafür, dass der BND und andere
geheimdienstlich operierende Stellen sich durchaus zurückzuhalten wissen, wenn
die Kollegen vom CIA zu zweifelhaften Methoden greifen.
Dienstag, 1. August 2006
- Berlin. Wir gratulieren der
Rechtschreibreform zu ihrem erneuten und endgültigen In Kraft Treten (dem
wievielten eigentlich seit wann?).
Sonntag, 9. Juli 2006
- Berlin/Paris.
Italien ist Weltmeister, und Frankreich ist traurig. Zinedine Zidane, von der
New York Times kürzlich noch als coolster Fußsballspieler der Welt erwählt,
verabschiedet sich nach einem heißen Kopfstoß mit einer roten Karte, und die
französische Mannschaft geht vor der Siegerehrung vom Platz. Zweitbester zu
sein ist offenbar kein Grund zum Feiern. In den Cafés der französischen
Provinz gehen Gerüchte um, die
italienische Mafia sei am Ausgang des Endspiels nicht unschuldig.
Staatspräsident Chirac, begleitet von seiner Frau Bernadette, blieb am Ende
des Spiels unsichtbar.
Dienstag, 20. Juni 2006
- Hameln/Paris.
Raymond Domenech, Trainer der französischen Fußballnationalmannschaft, gibt zu
verstehen, dass das bisherige schlechte Abschneiden seines Teams auch auf schwer
verständliche Schiedsrichterentscheidungen (unter anderem zwei gelbe Karten
gegen Zidane) zurückzuführen ist. Eine Manier, sich das befürchtete frühzeitige Ausscheiden
schön zu reden?
Dienstag, 20. Juni 2006
- Berlin.
Die deutsche Mannschaft hat ihr drittes Spiel in der WM gegen Ecuador mit 3:0
überzeugend gewonnen. Die Stimmen werden lauter, nach denen jetzt nur noch
vier weitere Siege nötig sind, um die WM zu gewinnen. Bundeskanzlerin Merkel
(wieder ohne Gatten, aber diesmal im apricotfarbenen Kostüm, das sie am selben
Tag schon auf dem Tag der Industrie in Berlin vorgezeigt hatte) hat im
Berliner Stadion weiterhin durch ihre freudigen Reaktionen auf die
deutschen Tore überzeugt, was sogar von Harald Schmidt und Anne Will in Waldis
WM-Club lobend erwähnt wurde.
Mittwoch, 14. Juni 2006
- Dortmund.
Nach einem spannenden Spiel gegen Polen gewinnt die deutsche Mannschaft ihr
zweites Spiel in der WM. Eigentliche Gewinnerin ist jedoch Bundeskanzlerin
Angela Merkel, die als erste weibliche Regierungschefin der Welt, noch dazu
nicht von ihrem anscheinend eher drögen Ehemann behindert, bei einer
Weltmeisterschaft eine nicht gespielte, fast jungmädchenhafte
Fußballbegeisterung an den Tag legte und damit wertvolle
Sympathiepunkte einheimst.
- Engalm, Hall, Tirol. Bruno der Bär, auch
als JJ1 bekannt, schickt sich offenbar an, angesichts der in Bayern
betriebenen politischen, Leib und Leben bedrohenden Verfolgung in Österreich
politisches Asyl zu beantragen. Auf ihn angesetzte finnische Spürhunde konnten
laut Agenturberichten bislang nicht fündig werden und leiden unter der
sommerlichen Hitze. Anders ein Urlauber aus Oberfranken und seine Hündin
Lotta, denen der "Problembär" unerwartet vor das Kameraobjektiv bzw. die
Schnauze lief.
Freitag, 9. Juni 2006
- Bagdad/Berlin. Erfolg für den
Bundesnachrichtendienst. Der BND scheint an der Tötung von Abu Mussab
al-Sarkawi weder direkt noch indirekt beteiligt gewesen zu sein. Auch eine
Beteiligung von untergeordneten BND-Mitarbeitern ist nach derzeitiger
Informationslage auszuschließen.
Donnerstag, 1. Juni 2006
- Berlin. Der Bundesnachrichtendienst
(BND) hat gestanden, schon frühzeitig, wenn auch nachträglich, über die von
der CIA inszenierte Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri
informiert gewesen zu sein. Im leichten Widerspruch dazu wurde diese
Information laut Innenminister Schäuble allerdings nur einem BND-Mitarbeiter
der mittleren Ebene beim Essen in einer mazedonischen Kantine zugesteckt und
nicht nach oben gemeldet. Jetzt droht der Anwalt von el-Masri mit einer
Amtshaftungsklage. Noch ist unklar, welches Fehlverhalten dem BND zur Last
gelegt werden kann. Informationen erhalten zu haben? Informationen in der
Kantine erhalten zu haben? Informationen geheim gehalten zu haben?
Informationen nicht wirklich erhalten zu haben? In jedem Fall eine echte
Blamage für einen Geheimdienst, die nach einem grundlegenden Überdenken des
Sinns und Nutzens einer derartigen Institution verlangt. Die schwierige
Gratwanderung zwischen dem Auftrag, geheime Informationen zu sammeln und
möglichst geheim zu halten, und dem Anspruch der Öffentlichkeit auf
rückhaltlose Preisgabe von Geheimnissen wird von BND-Mitarbeitern auf die
Dauer wohl nicht zu leisten sein. Künftig muss gelten: Nur ein Spion, der
nichts erfährt, ist ein guter Spion, denn er schützt seine Auftraggeber gegen
Schadensersatzansprüche. Und: Ein Geheimdienst ist nur so gut wie die
Informationen, die er lieber nicht wissen will.
Samstag, 1. April 2006
- Berlin/Hamburg.
Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Münterfering wurden von einem nicht
genannten Kabinettskollegen in den frühen Morgenstunden aus dem Bett
geklingelt: Eine ebenfalls nicht genannte Hamburger Sonntagszeitung
habe vor, einen neuen Schwung muslimische Gefühle verletzender Karikaturen zu
veröffentlichen. Die Abwendung des der Republik drohenden Schadens
rechtfertige eine direkte Intervention der Regierungsspitze beim
verantwortlichen Redakteur mit dem Ziel, den Andruck des Blatts zu stoppen.
Als die Mitglieder des eiligst gebildeten Krisenstabs im Kanzleramt eintrafen,
mussten sie jedoch feststellen, dass ein Schalk auf die Eingangstür mit roter
Farbe die Worte "April, April" gesprüht hatte. Die Regierungskoalition denkt
jetzt über ein zunächst bundes-, später auch europaweites Aprilscherzverbot nach.
Sonntag, 26. März 2006
- Mitteleuropa. In der Nacht zum
Sonntag, zwischen zwei und drei Uhr morgens, hat die Mitteleuropäische
Sommerzeit in aller Stille ihren 26. Geburtstag gefeiert. Freilich ist die
wechselhafte Geschichte der Sommerzeit wesentlich älter, und am 30. April 2006
könnte Deutschland theoretisch der weltweit ersten Einführung vor 90 Jahren
gedenken.
Mittwoch, 8. März 2006
- Wir
gratulieren allen Frauen zum 96. Internationalen Frauentag und gedenken
der misshandelten und in anderer Weise missachteten Frauen in aller Welt,
freuen uns aber auch über alle Frauen, die es geschafft haben, sich
Respekt zu verschaffen. Allein in Deutschland haben ca. 45.000 Frauen im
Jahre 2005 eine Anzeige wegen Misshandlung erhoben. Der 6. Weltmännertag
unter der Schirmherrschaft von Michael Gorbatschow soll am
3. November gefeiert werden und dient der Förderung des männlichen
Gesundheitsbewusstseins.
Samstag, 4. März 2006
- Frankfurt
am Main. Armin Meiwes, der so genannte Kannibale von Rotenburg (nicht zu
verwechseln mit dem malerischen Rothenburg ob der Tauber), hat vor dem
Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt einen ersten Erfolg gegen den Film
"Rohtenburg" (Originaltitel: "Butterfly - A Grimm Love
Story") errungen. Das OLG hat wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte
des Täters bis zur Entscheidung im Hauptverfahren ein deutsches
Aufführungsverbot angeordnet. Es wurde nicht berichtet und kann
dahingestellt bleiben, ob auch eine Verletzung von Geschmacksmustern gerügt,
erwogen
oder gar festgestellt wurde. Der Anwalt des Filmverleihs kündigt eine
Verfassungsbeschwerde an. Man darf gespannt sein, wie das
Bundesverfassungsgericht den von Kannibalismus, Kitsch und Kunstfreiheit
geschürzten Knoten knacken wird.
Montag, 27. Februar 2006
 New
York/Badgdad/Berlin. Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll den USA nach
einem Bericht der New York Times rund einen Monat vor Beginn des
Angriffs
auf den Irak ein Dokument zugespielt haben, das fünf
Verteidigungsringe um Bagdad zeigt (der so genannte Schneckenplan). Eine Höchstleistung des von nur zwei
Beamten repräsentierten deutschen Geheimdienstes, die umso mehr Respekt
verdient, als anderen Quellen zufolge diese Informationen bereits in der
Presse veröffentlicht, aber anscheinend von den personalstarken
US-amerikanischen Geheimdiensten noch nicht ausgewertet worden waren
(wegen Übersetzungsengpässen?). Will man letzteren Quellen glauben,
scheinen die Informationen nur insofern von Wert, als sie nahe legen,
dass der innere Stab Saddam Husseins in der Lage war, mit einem Zirkel
konzentrische Kreise zu ziehen. Es wäre zu wünschen, dass George W. Bush
alsbald vor den beim Weißen Haus akkreditierten Pressevertretern eine
ähnliche oder sogar überlegene Höchstleistung in Form eines Washingtoner
Verteidigungsplans (Pentagonplan) öffentlich unter Beweis stellt.
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Montag, 20. Februar 2006
- Hannover. Heros, das größte
deutsche Geldtransportunternehmen, geht nach Unterschlagungsverdacht in
die Pleite. Der Verdacht auf Unterschlagung von 300 Mio. Euro gibt der
alten Regel "Besser als Bankraub ist eine Bankgründung" die neue
Form "Besser als die Attacke auf ein Geldtransport-Unternehmen ist
der Betrieb eines solchen". Zu rechnen ist mit Versorgungsengpässen
an den Bankautomaten.
Sonntag, 19. Februar 2006
- Rügen/Lauberhorn/Gera/Berlin.
Während die Bundeswehr auf der einzigen Zufahrtsstraße zur Insel Rügen
Seuchenwannen zur Bekämpfung der Vogelgrippe einrichtet und am Lauberhorn
der Guggiföhn mit Geschwindigkeiten von 204 km/h wütet, werden in
Gera zwei Schornsteine eines ausgedienten Wärmekraftwerks per
Sprengfaltung demoliert. Bei Sabine Christiansen wird über die
Möglichkeiten eines Bundeswehreinsatzes zur Erhöhung der Sicherheit
während der Fußballweltmeisterschaft 2006 diskutiert. Der Sprecher einer
Polizeigewerkschaft weist darauf hin, dass Politiker terrorismusbedingte
Sicherheitsrisiken beschwören, um einen Bundeswehreinsatz zu
rechtfertigen, und gleichzeitig 15.000 Stellen in den Polizeikräften
einsparen wollen.
Samstag, 14. Januar 2006
- Berlin/Hamburg. In Bagdad
verbliebene Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts (BND) haben während
des von US-Truppen geleiteten Angriffs auf den Irak im Frühjahr 2003
US-amerikanischen Stellen Informationen übermittelt. Ob diese
Informationen eher einen kriegsbezogenen (Informationen zu möglichen
Angriffszielen wie Aufenthalt von Saddam Hussein, Kasernen, Munitionslager
usw.) oder humanitären (Informationen zu unmöglichen Angriffszielen wie
Schulen, Krankenhäuser usw.) Charakter hatten, bleibt umstritten. Sollte
sich die letztgenannte Alternative bestätigen und durch erfolgreiche
Verhinderung von Angriffen auf zivile Objekte untermauert werden, wäre es
fast wünschenswert, den Einsatz von BND-Mitarbeitern in von den USA
kontrollierten Gebieten aus humanitären Gründen zu intensivieren.
Mittwoch, 11. Januar 2006
- Zürich/London. Die Belege
für illegale Praktiken der US-Behörden im "Krieg gegen den
Terror" auch in Europa häufen sich rechtzeitig zum Besuch von Angela
Merkel in Washington, bei dem die deutsche Bundeskanzlerin auf die
Schließung des vor genau vier Jahren gegründeten Gefangenenlagers in
Guantanamo Bay drängen will. Die Züricher Zeitung SonntagsBlick
(herausgegeben vom Ringier-Verlag, der von Altkanzler Schröder beraten
wird) berichtet über ein im November 2005 vom
Schweizer Geheimdienst abgefangenes Fax des ägyptischen Außenministers an
seinen Londoner Botschafter, in dem von davon die Rede ist, dass laut
"eigenen Quellen [...] tatsächlich 23 irakische und afghanische
Bürger auf dem Stützpunkt Mihail Kogalniceanu in der Nähe der Stadt
Constanza am Schwarzen Meer verhört wurden". Weiter werden die
Existenz ähnlicher Verhörzentren in der Ukraine, im Kosovo, in Mazedonien
und Bulgarien und ein Einfliegen von Gefangenen auf dem polnischen Stützpunkt
Szymany erwähnt.
Gleichzeitig erneuert und vertieft Amnesty International heute in einer in
London veröffentlichten Presseerklärung die bereits im Vorjahr
erhobenen Vorwürfe wegen Folter und menschenunwürdiger Behandlung von
Insassen des Camps in Guantanamo.
Freitag, 9. Dezember 2005
- Leipzig. Die
Endrunden-Auslosung für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland vom 9.
Juni bis 9. Juli 2006 fand in Gegenwart von Bundespräsident Köhler,
Bundeskanzlerin Merkel, Vizekanzler Müntefering und zahlreichen anderen
wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft wie Franz Beckenbauer, Boris
Becker und dem offenbar nicht abzuschüttelnden Gerhard Mayer-Vorfelder
sowie handverlesenen Gästen aus aller Welt in einer in alle Welt
übertragenen, von Heidi Klum und Harald Beckmann moderierten Fernseh-Gala
statt.
Donnerstag, 1. Dezember
- München. Für seine
Verdienste um wichtige humanitäre Aktionen wurde Bill Clinton aus den
Händen der beliebten Tatort-Komissarin und Hubert-Burda-Gemahlin Maria
Furtwängler in Anwesenheit zahlreicher Promis, darunter Edmund Stoiber,
Thomas Gottschalk, Boris Becker und Franz Beckenbauer die vom
Burda-Verlagshaus geförderte Bambi-Trophäe überreicht. Im Zuge der
Preisverleihung wurde dem US-amerikanischen Ex-Präsidenten ein von Michael
Schumacher ausgestellter Scheck über acht Millionen Euro für die Opfer der
Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 ausgehändigt. Die Peinlichkeit
dieses Aktes war offenbar so groß, dass Clintons Ehrung in den
anschließenden Tagesthemen nicht einmal erwähnt wurde. Andere
erwähnenswerte Preisträgerin des Jahres war die für deutsche Verhältnisse
überdurchschnittlich erfolgreiche Schlagersängerin und Entertainerin
Caterina Valente („Ganz Paris träumt von der Liebe“), die die
Bambi-Statuette aus den Händen von Paul Kuhn entgegennahm.
Freitag, 18. November
- Hannover. Sechzig Jahre nach
dem Beginn der Nürnberger Prozesse und dreißig Jahre nach Francos Tod
wurde der scheidende Bundeskanzler Gerhard Schröder von der Bundeswehr mit
einem Großen Zapfenstreich in bewährter preußischer Tradition
verabschiedet. Der künftige Altkanzler war merklich gerührt, und als das
Stabsmusikkorps der Bundeswehr "My Way" (Originaltitel
"Comme d'habitude") zum Besten gab, zeigten die Fernsehkameras
in Nahaufnahme die Tränen im Auge des künftigen Altkanzlers.
Dienstag, 1. November,
Allerheiligen
- Berlin/München. Totgeburt
der großen Koalition in einem neuen deutschen Herbst? Mit einem
freundlichen (oder ironischen?) "Glückauf" verabschiedet sich
der SPD-Elephant Franz Müntefering nach einer internen
Abstimmungsniederlage von seinen Parteigenossen. Auch die stellvertretende
Parteivorsitzende Heidemarie Wieczorek-Zeul will für ihr Amt nicht wieder
kandidieren, sondern, nachdem sie an Münteferings Niederlage mitgearbeitet
hatte, Platz für die nachrückende Generation machen. Für die SPD kündigen
sich damit krisenreiche Zeiten an, denn den Nachrückern fehlt es noch an
Format. Doch auch die geplante große Koalition von CDU/CSU und SPD könnte
platzen, noch ehe sie sich konstituiert hat. Schon ist Bayerns
Ministerpräsident Stoiber abgesprungen, obwohl er sich lange hatte betteln
lassen, Wirtschaftsminister der Koalition zu werden. Und Müntefering, als
Vizekanzler vorgesehen, fehlen ohne den SPD-Parteivorsitz ein bisschen
Glamour und Hausmacht. Das Gespenst einer Wiederholung der Neuwahlen zum
Deutschen Bundestag hat sich an Halloween im Reichstag gezeigt.
Freitag, 7. Oktober
- Aix-en-Provence. Günter
Grass ist der viel beachtete Star des diesjährigen Fête du Livre, das
alljährlich in der Cité du Livre, einer früheren Zündholzfabrik,
veranstaltet wird. Der 1927 geborene, 1999 mit dem Nobel-Preis für
Literatur ausgezeichnete Schriftsteller, der auch als Graphiker und
Bildhauer einen Namen hat, findet trotz eines Marathon-Programms mit
Ausstellungseröffnung, Podiumsdiskussionen (darunter zum Thema
"Ilsebill salzte nach"), Lesungen (u. a. aus "Mein
Jahrhundert", begleitet von dem Perkussionisten Günter Baby Sommer)
und einer Masterclass mit Studenten aus der Region und aus Paris, noch
Zeit, auf dem Markt vor dem Justizpalast angesichts des reichhaltigen
Angebots an Speisepilzen in Erstaunen und Begeisterung auszubrechen.
Sonntag, 2. Oktober
- Berlin/Dresden.
Bei den Nachwahlen zum Bundestag in Dresden hat die CDU ein Direktmandat
gewonnen, während die SPD bei den Zweitstimmen am besten abschnitt. Im
Endergebnis beträgt der Abstand zwischen CDU/CSU und SPD jetzt vier
Mandate (226 bzw. 222). Dennoch hält die SPD bislang ihren Anspruch
aufrecht, als stärkste Partei in der immer wahrscheinlicher werdenden
großen Koalition den Bundeskanzler zu stellen.
Sonntag, 18. September
- Berlin. Bei den
Bundestagswahlen zeichnet sich keine klare Mehrheit für eine schwarzgelbe
oder rotgrüne Koalition ab. Die eigentliche Sensation ist der Erfolg der
Linkspartei, mit der die bisherige Vierparteienlandschaft um eine fünfte
Partei bereichert wird. Auch die FDP hat mit fast 10 % der Stimmen
sehr gut abgeschnitten. Die KanzlerkandidatInnen von SPD und CDU/CSU
melden beide ihren Anspruch auf das Kanzleramt an, schließen aber
Koalitionsverhandlungen mit den deutlichsten Gewinnern der Wahl, dem
Linksbündnis, aus. Trotzdem scheinen die Chancen für Gerhard Schröder
nicht schlecht zu stehen, bei einer Stichwahl von den Stimmen der
Linkspartei zu profitieren. Immerhin hätten SPD, Grüne und Linkspartei im
Bundestag nach den letzten Hochrechnungen eine absolute Mehrheit. Wie
erwartet, schafften es Rechtsextremisten auch diesmal nicht ins Parlament.
Donnerstag, 25. August
- Karlsruhe. Das
Bundesverfassungsgericht hat die Klagen der Bundestagsabgeordneten Jelena
Hoffmann und Werner Schulz gegen die Auflösung des deutschen Bundestags
mit einer Mehrheit von 7:1 als unbegründet abgewiesen. Der Bundeskanzler
habe mit seiner "auf Auflösung gerichteten Vertrauensfrage" im
Rahmen seines Ermessens gehandelt. Den Neuwahlen am 18. September
steht damit keine Hindernis mehr entgegen.
Montag, 18. Juli
- Karlsruhe. Das
Bundesverfassungsgericht hat das deutsche Gesetz zur Einführung des
EU-Haftbefehls für verfassungswidrig erklärt (2 BvR 2236/04). Laut
Urteilsbegründung greift das Gesetz unverhältnismäßig in das Grundrecht
auf Auslieferungsfreiheit (Art. 16 GG) und die Rechtsweggarantie (Art. 19
IV GG) ein. Deutschland
habe die EU-Vorgabe nicht grundrechtsschonend umgesetzt.
Sonntag, 3. Juli
- Königsberg/Kaliningrad.
Zur 750-Jahrfeier der Stadtgründung durch den Deutschen Orden (Deutschritterorden)
hat Vladimir Putin den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und
den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeladen. Es ist
auszuschließen, dass die hohen Politiker zu Ehren Immanuel Kants (Имма́нуил Кант)
dessen Lieblingsgericht, Königsberger Klopse, serviert bekamen. Die
Tageszeitung Libération vom Montag überliefert immerhin Chiracs - später
von seinem Sprecher dementierten - Beitrag zur Esskultur der Engländer:
"Man kann Leuten nicht vertrauen, die eine so schlechte Küche
haben."
Freitag, 1. Juli
- Berlin. Der Countdown läuft,
die Spannung steigt ... Wird Bundespräsident Köhler den Bundestag
auflösen, oder wird er sich der Meinung eines Schülers des Augsburger
Rudolf-Diesel-Gymnasiums anschließen, der in der ARD-Tagesschau die
heutige Abstimmung über die Vertrauensfrage des Bundeskanzlers Gerhard
Schröder als "geplante Schlammschlacht" bezeichnet hat? Die Antwort in spätestens 21 Tagen.
- Mannheim. Dagegen ist sicher
wie die Duden-Redaktion, dass die seit
langem als verfassungsmäßig anerkannte Rechtschreibreform endgültig,
unwiderruflich und abschließend in genau 31 Tagen, am 1. August, in Kraft tritt.
Donnerstag, 26. Mai
- Beim
Grimme-Online-Award können Internauten bis Ende Juni über die beste
deutschsprachige Website abstimmen.
Kandidaten sind unter Anderem Wikipedia, Netzspannung, Bildblog und Kebab
Connection.
Sonntag, 22. Mai
- Nach der
Wahlniederlage der SPD in Nordrhein-Westfalen sprechen sich die
Bundestagsparteien nahezu einmütig für baldige Neuwahlen zum Deutschen
Bundestag aus. Dem
stehen jedoch erhebliche verfassungsrechtliche Hürden
entgegen.
Mittwoch, 11. Mai
·
Der Text des Vertrags
über eine Verfassung für Europa ("Traité
établissant une Constitution pour l'Europe" / "Treaty
establishing a Constitution for Europe") ist in allen Sprachen der
Europäischen Union in Gegenüberstellung von je zwei Fassungen im Internet auf
der Website belgischer Übersetzerkollegen abrufbar [hat sich inzwischen leider
in Luft aufgelöst]. Aufgepasst: Nach unüberprüften Meldungen sollen sich in
einige Versionen zahlreiche mehr oder weniger schwere Übersetzungsfehler
eingeschlichen haben. Da laut Verfassungsvertrag alle Sprachversionen in
gleicher Weise verbindlich sind, kann man sich auf pikante Diskussionen freuen.
Dienstag, 10. Mai
- Berlin, Deutschland - Das
Mahnmal für die sechs Millionen europäischen Juden, die Opfer des
Holocaust wurden, wird eingeweiht. Die Widmung des Mahnmals schließt
andere so genannte Opfergruppen (darunter Roma, Sinti, Homosexuelle,
Kommunisten und generell Regimegegner) aus.
Dienstag, 19. April
- Rom,
Vatikanstaat - Kurz vor 18:00 mitteleuropäischer Sommerzeit wird die Wahl
des neuen Papstes Benedikt XVI., vormals Kardinal Joseph Ratzinger,
Vordenker des Charismatikers Johannes Paul II., durch weißen Rauch und
schweres Glockengeläut verkündet. Mit ihm wird nach dem aus damals zum
Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gehörenden Utrecht stammenden
Hadrian VI. zum ersten Mal seit fast 500 Jahren wieder ein Deutscher,
von Kritikern seiner konservativen Haltung wegen auch Großinquisitor oder
Panzerkardinal genannt, zum Oberhaupt der katholischen Kirche. Joseph
Ratzinger wurde 1927 im oberbayrischen Marktl als Sohn eines Polizeibeamten
geboren. 1951 erhielt er zusammen mit seinem Bruder, dem späterem
Domkapellmeister in Regensburg, die Priesterweihe. Seine Schwester war bis zu ihrem Tod
1991 seine Haushälterin.
Dienstag, 5. April
- Rom,
Vatikanstaat - Ein von der New York Times zitierter,
anonymer Würdenträger des Vatikans erklärt, dass der Tod des Papstes nicht
durch einen Schlag mit einem Silberhammer festgestellt wurde. Wörtlich: "Dafür haben wir
modernere Methoden."
Freitag, 1. April
- Rom, Vatikanstaat
- Papst Johnannes Paul II. spricht auf Antibiotika an, und der Vatikan
hüllt sich in Schweigen.
- Berlin - Harald Juhnke stirbt
nach langer Krankheit.
Donnerstag, 23. März
- London,
Großbritannien - Nach mehrjähriger Arbeit im Rahmen des Millenium Ecosystem
Assessment haben mehr als 1300 Experten einen
unter Anderem im Auftrag der UNO erstellten Bericht über Zustand und Aussichten
des Lebens auf unserem Planeten vorgelegt. Ergebnis: Ohne radikale
Veränderungen unseres Konsumverhaltens kann die Erde in vierzig bis
fünfzig Jahren die Ressourcen nicht mehr liefern, die für das Wohlergehen
der Menschheit benötigt werden.
Mittwoch, 9. März
- Allen Frauen
nachträglich noch herzlichen Glückwunsch zum gestrigen Internationalen
Frauentag.
Mittwoch, 16. Februar 2005
- Berlin
(Deutschlandfunk) - Die Bundesregierung will Deutschland mit einem
Aktionsprogramm kinderfreundlicher machen.
- Hannover
(Deutschlandfunk) - Tollwutverdacht bei Patienten nach Transplantation der
Organe (Lunge, Leber, Nieren und Hornhäute) einer wohl an Tollwut
erkrankten Spenderin.
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Sprachdienste
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Stand:
24/07/07.